Schwangerschafts-Blog

Trinken in der Schwangerschaft: Worauf Sie achten sollten

von Hebamme Magdalena

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Sind Sie schwanger, benötigt Ihr Körper noch mehr Flüssigkeit als sonst. Trinken Sie daher täglich wenigstens zweieinhalb Liter zu und zwischen den Mahlzeiten. Achten Sie bitte außerdem darauf, welche Getränke Sie zu sich nehmen. Denn einige von ihnen können die Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes schädigen.

 

Warum Sie als Schwangere einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf haben

Üblicherweise trinken Erwachsene zwei bis 2,5 Liter pro Tag. Erwarten Sie ein Baby, braucht Ihr Organismus noch mehr Flüssigkeit: Ihr Blutvolumen erhöht sich im Laufe der Monate um ungefähr ein Drittel. Da Ihr Östrogenspiegel im Blut ebenfalls ansteigt, erweitern sich Ihre Gefäße. Dadurch fällt Ihr Blutdruck ab und Ihr Herz muss stärker pumpen. Hatten Sie bereits vor Ihrer Schwangerschaft einen zu niedrigen Blutdruck, kann es nun sogar zu Kreislaufstörungen kommen. Dem können Sie jedoch vorbeugen, indem Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zuführen. Um auch unterwegs gut versorgt zu sein, nehmen Sie sich am besten eine Flasche Wasser oder ungesüßten Früchtetee mit. Einen festen Rhythmus für die Flüssigkeitszufuhr gewöhnen Sie sich an, wenn Sie sich an die Empfehlungen von Prof. Dr. Kainer und Annette Nolden halten. Diese schlagen in Das große Buch zur Schwangerschaft folgendes Trinkschema vor:


1 Glas Wasser vor dem Frühstück
1 Glas Fruchtsaft oder 1 Tasse Tee zum Frühstück
2 Glas Wasser oder Saftschorle über den Vormittag verteilt
1 Glas Wasser zur Mittagsmahlzeit
1 Glas Milch oder 1 große Tasse Tee nachmittags
2 Glas Wasser oder 2 große Tassen Tee zur Abendmahlzeit
1 Glas Wasser vor dem Zubettgehen


Empfehlenswerte Getränke

Als werdende Mama haben Sie die Wahl zwischen mehreren gesunden Getränken. Stilles Mineralwasser liefert Ihrem Körper nicht nur genügend Flüssigkeit, sondern versorgt ihn noch zusätzlich mit vielen lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Kaufen Sie aber bitte nur natriumarme Wässer: Kochsalz bindet Flüssigkeit im Körper und fördert so die Bildung von Ödemen. Wasseransammlungen in den Beinen sind vor allem für Schwangere eine große Belastung. Als Alternative zu Mineralwasser bietet sich normales Leitungswasser zwar an, achten Sie jedoch bitte auf eine genügende Trinkwasserqualität, die zum direkten Verbrauch zugelassen ist. Früchtetees ohne Zucker und Kräutertee sind ebenfalls geeignet, um einem Flüssigkeitsmangel in der Schwangerschaft vorzubeugen. Eine gesunde Alternative zum koffeinhaltigen Bohnenkaffee ist Malzkaffee. Ihre Kalziumspeicher im Körper können Sie noch zusätzlich mit fettarmer Milch, Buttermilch und Fruchtbuttermilch auffüllen.


Getränke, auf die Sie unbedingt verzichten sollten

  • Zuckerhaltige Softdrinks. Verzichten Sie unbedingt auf den Genuss von Eistee, Limonaden wie Fanta und Sprite und Cola. Sie enthalten eine große Menge Zucker und fördern daher Hungergefühl und übermäßige Gewichtszunahme. Möchten Sie Kakao oder Trinkschokolade nicht ganz von Ihrem Speiseplan verbannen, trinken Sie sie am besten nur ab und zu und in geringen Mengen.
  • Koffeinhaltige Getränke. Der Genuss von Kaffee und Kaffeespezialitäten wie Cappuccino und Espresso kann sich negativ auf die Entwicklung Ihres Babys auswirken. Wie britische und US-amerikanische Wissenschaftler herausfanden, reichen schon zwei Tassen Kaffee, Cola oder schwarzer Tee täglich aus, um das Geburtsgewicht um 70 Gramm zu verringern. Verzichten Sie während Ihrer Schwangerschaft am besten auch auf Ihren Espresso nach der Mahlzeit: Das in ihm enthaltene Koffein hemmt die Aufnahme von Kalzium, Eisen und Vitamin C aus der Nahrung. Mögen Sie bittere Schokolade, naschen Sie aber nur wenige Stückchen davon: In Bitterschokolade ist ebenfalls Koffein enthalten.
  • Chininhaltige Erfrischungsgetränke: Trinken Sie während Ihrer Schwangerschaft auf keinen Fall Tonic Water und Bitter Lemon. Bei deren Herstellung verwendet man nämlich Chinin als Geschmacksstoff. Diese schädliche Substanz wird aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen. Wird sie von Schwangeren in größeren Mengen und regelmäßig konsumiert, lässt sie sich sogar im Harn der Neugeborenen nachweisen. Bei der werdenden Mutter erhöht das Chinin das Risiko für vorzeitige Wehen.
  • Alkohol. Dass alkoholhaltige Getränke die Gesundheit Ungeborener gefährden können, gilt als medizinisch bewiesen. Denn der Alkohol gelangt über die Plazenta direkt in den Körper des Babys. Dies kann zu vorgeburtlich entstehenden Schädigungen (Fetales Alkoholsyndrom, FAS) führen. Noch nicht geklärt werden konnte, warum sich der Alkoholkonsum bei manchen Schwangeren extrem negativ auswirkt, andere Schwangere aber trotzdem gesunde Kinder bekommen. Mediziner vermuten, dass das Entwicklungsstadium des Ungeborenen und die konsumierte Alkoholmenge dabei entscheidend sind: Das Gehirn von Babys reagiert in einigen Schwangerschaftsstadien offenbar sensibler auf Schadstoffe als in anderen. Da es auf diesem Gebiet aber noch erheblichen Forschungsbedarf gibt und man daher noch keinen Alkoholgrenzwert festlegen kann, sollten Sie während Ihrer Schwangerschaft Alkoholika besser vollständig vermeiden, um die Gesundheit Ihres Kindes nicht zu gefährden.

 

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